Donnerstag, 15. März 2012

Die Kraft der Vorbilder (1)

Es gibt sie auch heute noch, die Vorbilder. Nur scheinen in der heutigen Gesellschaft nicht mehr alle dasselbe unter dem Begriff "Vorbild" zu verstehen. Manch ein Jugendlicher spricht von seinem "Idol", einem Fussballspieler, einem Pop- oder Filmstar. Viele träumen davon, einmal so berühmt zu sein oder eine bestimmte Fähigkeit zu besitzen.

Auch wir Christen kennen den Begriff "Vorbilder des Glaubens". Dies sind Menschen, die durch ihr Leben von Gott Zeugnis gegeben haben, oft durch besondere Taten wie beispielsweise Werke der Nächstenliebe, durch ihr begnadetes Reden von Gott oder durch ihre Selbsthingabe als Märtyrer. Wir nennen sie auch "Heilige" oder "Selige". Dass es sie auch heute noch gibt, zeigt sich durch die vielen Selig- und Heiligsprechungsprozesse der letzten Jahre und Jahrzehnte. Der selige Papst Johannes Paul II. hatte dieses Bedürfnis nach christlichen Vorbildern erkannt. Nach seinem Tod forderten bereits viele Gläubigen für ihn ein "santo subito". Für meine Berufung war der selige Papst sehr wichtig. Schliesslich war es sein Tod am 2. April 2005 um 21:37 Uhr, der in meinem Leben eine ganze Lawine ins Rollen brachte. Dazu aber später mehr, damit ich im Blog zumindest ansatzweise die Chronologie der Ereignisse respektiere. J

Für den Moment möchte ich einen anderen wichtigen Punkt hervorheben. Und zwar geht es dabei um die sogenannten "kleinen Heiligen des Alltags" wie wir sie im Volksmund zu nennen pflegen. Es sind dies Menschen, die durch ihr Leben oder ihre Lebensweise speziell auffallen. Oft leben und wirken sie im Verborgenen, fern von jedem Rampenlicht. Und doch vermögen sie unsere Herzen vielleicht gerade durch ihre Einfachheit zu bewegen. Spontan fallen mir viele ältere Leute ein, die viel Schweres erleiden mussten, aber dennoch frohen Mutes sind und anderen helfen, wo immer sie nur können. Sie haben es geschafft, das Zentrum ihres Lebens von sich aus auf Gott und ihre Mitmenschen zu legen. Und gerade deshalb fallen sie trotz ihrer Bescheidenheit oder ihres Handels im Verborgenen besonders auf. Denn wenn wir ehrlich sind, zählen in unserer heutigen Gesellschaft oft nur die Selbstverwirklichung, will heissen der eigene Erfolg, die eigene Gesundheit, der eigene Status in der Gesellschaft usw.

Viele von euch geschätzte Leserinnen und Leser haben vielleicht schon einmal erlebt, wie erfüllend es sein kann, seinen eigenen Schwerpunkt von sich selbst aus auf die Mitmenschen zu verschieben. Ich denke da in spezieller Weise an alle Väter und Mütter, die oft ihre eigenen Bedürfnisse zurückstecken müssen, um für die Kinder da zu sein. Und dennoch gibt es im Leben doch nichts schöneres, als in zufriedene Kinderaugen zu schauen.

Fortsetzung folgt...

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