Schon lange ist es her, dass ich meinen letzten Post geschrieben habe. Leider liess es mir die Zeit nicht zu, mehr zu schreiben... Nun ist es genau ein Jahr her, dass ich zum Priester geweiht wurde. Bei den Politiker ist es oft üblich, nach hundert Tagen im Amt einen ersten Zwischenbericht zu liefern. Ich habe mich da mehr oder weniger elegant herausgeschlichen.
In einem Jahr gibt es viele schöne Momente. Es gibt aber auch die anderen, die weniger angenehmen Augenblicke. Das Schöne daran ist aber, immer zu spüren, dass Gott den Weg mitgeht, dass wir nicht alleine unterwegs sind.
Eigentlich habe ich mir vorgenommen, am Hochfest Maria Unbefleckte Empfängnis, auf den Tag genau ein Jahr nach meiner Priesterweihe, in der Predigt einen Rückblick auf das vergangene Jahr zu halten. Es kam dann ein bisschen anders, denn plötzlich musste es bei der Predigtvorbereitung wieder einmal sehr schnell und vor allem speditiv gehen und da blieb nicht mehr viel Zeit für lange Meditationen. Irgendwie hatte dann aber ein Vergleich mit der Situation Mariens und meiner eigenen Erfahrung doch noch Platz in der Predigt. Deshalb hier ein Auszug aus meinen Predigtworten:
Maria hat auf Gott vertraut, und Gott hat durch sie Grosses
gewirkt! Jetzt stellt euch einmal vor, dass Gott nicht nur Maria ausgewählt
hat, sondern jeden einzelnen von uns! Gott hat auch zu uns, zu jedem einzelnen von
uns sein grosses JA gesagt! In der Taufe hat er uns als seine Kinder angenommen
und – jetzt kommt das Wunderbare – er hat mit jedem von uns Grosses geplant,
wie mit Maria. Er möchte auch durch uns wirken. Er möchte, dass durch uns seine
Liebe zu allen Menschen gelangen kann.
Aber genauso wie bei Maria, zwingt er keinen einzigen von
uns dazu. Sondern er klopft leise an unsere Türe und fragt, ob wir bereit sind,
ihm zu helfen. Er möchte, dass wir uns in aller Freiheit für ihn entscheiden
können. Und wenn wir uns trauen, zu Gott JA zu sagen, dann kann er Grossartiges in uns und durch uns bewirken.
Vermutlich geht es uns aber wie Maria, die zuerst gefragt
hat: „Wie soll denn das geschehen?“ Zumindest mir selbst ist das oft so
ergangen. Als ich vor rund neun Jahren noch im Medizinstudium war und einen Ruf
Gottes gespürt habe, da hatte ich zuerst nicht den Mut dazu, ins Priesterseminar
zu gehen. Auch ich fragte mich: „Wie soll denn das gehen? Gibt es nicht viele
andere, die viel besser geeignet wären? Warum gerade ich?“ Erst als ich bei
einer Wallfahrt zum Heiligen Bruder Klaus ganz deutlich gespürt habe, dass Gott
mich wirklich in seiner Nachfolge haben wollte, da habe ich mich entschieden,
alles bisherige hinter mir zu lassen und einen Neubeginn zu wagen.
Wer jetzt denkt, dass dann alles glatt gelaufen ist, den
muss ich leider enttäuschen. Viele Probleme haben sich mir im Studium in den
Weg gestellt. Manchmal bin ich fast verzweifelt und wusste nicht, ob ich nun
auf dem falschen Weg war oder ob Gott mich im Stich gelassen hatte. Aber das
feste Vertrauen, dass Gott mich gerufen hatte, das gab mir den nötigen Mut und
die Kraft, um auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.
Nun ist es heute genau ein Jahr her, dass ich zum Priester
geweiht wurde. Ob Gott auch durch mich etwas bewirken kann? Ich bin überzeugt,
dass Gott durch JEDEN von uns etwas bewirken kann, wenn wir uns in seinen Dienst
stellen und zu ihm JA sagen. Manchmal braucht es auch etwas Geduld. So wie eine
Schwangerschaft neun Monate dauert, bis das Kind endlich auf der Welt ist, so
braucht es in unserem Leben oft auch Geduld. Oft braucht es viele bange
Stunden, viel Hoffen, viel Beten, viel Zuversicht und vor allem sehr viel
Gottvertrauen, bis wir ein Resultat sehen.
Deshalb möchte ich euch heute ermuntern, und vielleicht auch mich selbst: Seid gewiss, dass Gott jeden einzelnen von uns als seinen Sohn oder seine Tochter auserwählt hat, so wie er Maria erwählt hat. Wie er zu ihr JA gesagt hat, so sagt er zu jedem von uns JA. Er hat es in der Taufe zu uns gesagt, er sagt es jeden Tag von neuem zu uns! Und er klopft an unsere Türe, um uns um unsere Hilfe zu bitten bei seinem Wirken. Wenn ihr zu ihm JA sagt, so kann er auch in euch Grossartiges bewirken, so wie er in und durch Maria Grosses gewirkt hat. Vertraut ihm, legt eure ganze Hoffnung in Gott; er wird euch nicht enttäuschen!
Deshalb möchte ich euch heute ermuntern, und vielleicht auch mich selbst: Seid gewiss, dass Gott jeden einzelnen von uns als seinen Sohn oder seine Tochter auserwählt hat, so wie er Maria erwählt hat. Wie er zu ihr JA gesagt hat, so sagt er zu jedem von uns JA. Er hat es in der Taufe zu uns gesagt, er sagt es jeden Tag von neuem zu uns! Und er klopft an unsere Türe, um uns um unsere Hilfe zu bitten bei seinem Wirken. Wenn ihr zu ihm JA sagt, so kann er auch in euch Grossartiges bewirken, so wie er in und durch Maria Grosses gewirkt hat. Vertraut ihm, legt eure ganze Hoffnung in Gott; er wird euch nicht enttäuschen!


