Donnerstag, 30. Mai 2013

Fronleichnam

Wieder einmal neigt sich ein Fronleichnams-Festtag seinem Ende zu. Für mich ist dies immer ein sehr schöner und eindrucksvoller Tag. Schon damals habe ich als Messdiener immer gerne an diesem Festgottesdienst und der Prozession teilgenommen. Ich finde es sehr schön, dass wir Gott an diesem Tag in Form seiner eucharistischen Gegenwart in der Hostie mit allen Ehren durch unser Dorf und somit in unseren Alltag hinaus geleiten können.
Vor ein paar Jahren - genau genommen im Frühjahr 2005 - war ich ebenfalls an einer Fronleichnamsprozession beteiligt. Ich trug die Fahne des Patrons unserer Ministranten, die Fahne des Hl. Josef. Und da stand ich nun beim zweiten Altar auf unser Prozessionsroute und las den Spruch, der dort zu lesen war: "Gott und den Menschen nah - Priester im Volk Gottes!" Ich fühlte mich tief im Herzen getroffen, denn es war genau das, was sich in mir unbewusst als Wunsch immer mehr ausbreitete. Dieses Motto zum Gebetsjahr für geistliche Berufe vereinte in einem Beruf die beiden Wünsche, die ich in mir trug. Den Menschen nahe sein konnte ich auch im Medizinstudium und später als Arzt. Durch den Dienst am Mitmenschen wäre ich sicherlich auch Gott nicht fern, aber mein Herz verlangte nach mehr Nähe zu Gott.
Ich war ganz in Gedanken versunken vor dem Altar und hätte fast die vielen Menschen rund um mich vergessen. Als sich die Prozession wieder in Bewegung setzte, sagte ich mir, dass ich bis zum Ende des Gebetsjahres im Herbst 2005 noch genug Zeit hätte, um über einen Wechsel nachzudenken. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, durch dieses Gebetsjahr ganz persönlich angesprochen zu sein.
Gott geht manchmal ganz kreative Wege, um uns anzusprechen. Wer erwartet, einen Brief von Gott zu erhalten, würde im besten Fall belächelt werden. Und trotzdem gibt es immer wieder Ereignisse im Leben, wo man sich direkt von Gott angesprochen fühlt. Ich war gespannt, was er wohl noch mehr für mich bereit hielt...