Es ist schon eine Zeit her, dass ich mich hier letztmals zu Wort gemeldet habe. Inzwischen war einiges los und ich kam nicht so sehr zum Schreiben. Nach der Priesterweihe und der Primiz am zweiten respektive dritten Adventssonntag habe ich am vierten Adventssonntag meine erste Stelle als Vikar angetreten. An Weihnachten habe ich zum ersten Mal in der Öffentlichkeit alleine - d.h. ohne Konzelebranten - die Messe gefeiert. Am Anfang ist es schon etwas ungewohnt. Vor allem, weil ich nun sozusagen in eine neue Rolle geschlüpft bin: Denn angefangen habe ich vor fast zwanzig Jahren als Messdiener. Später war ich als Lektor und Kommunionhelfer tätig und im letzten halben Jahr verrichtete ich meinen Dienst in der Liturgie als Diakon.
Gerade die Weihnachtsmesse war für mich ganz speziell und sehr eindrücklich. Wenn ich mir vorstelle, dass ich Jesus Christus, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern, in jeder Messfeier in der Hand halten kann und den Gläubigen in der Kommunion austeilen darf, so ist das etwas grossartiges. Ich freute mich sehr, mit so vielen Gläubigen die Messe feiern zu dürfen.
Zugleich fühle ich mich aber oft auch etwas wehmütig an diesen grossen Festtagen. Denn viele dieser Gläubigen werde ich vermutlich im Laufe des Jahres nicht mehr sehr oft sehen. Ich erinnere mich dann häufig an den Bibelvers aus dem Buch der Offenbarung: "Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer
meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir
werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir." (Off 3,20) Das kleine
Jesuskind in der Krippe wartet sozusagen vor der Türe unseres Herzens und möchte bei uns
eintreten. Werden wir ihm öffnen, damit es einen Platz bekommen kann bei uns,
in unseren Herzen, auch nach Weihnachten?
Ich hoffe, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann, damit wir auch während dem Jahr die Türen geöffnet halten für Gott und die Mitmenschen. "Aprite le porte a Cristo" - dieses Motto, das ich für meine Primiz gewählt habe, möge auch noch im Laufe des neuen Jahres wie ein Echo in den Herzen der Gläubigen widerhallen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern von ganzem Herzen ein frohes und gesegnetes neues Jahr, gute Gesundheit, viel Glück und Freude und viele schöne Stunden und segensreiche Begegnungen!!
