Montag, 30. Juni 2014

Der Mensch denkt...

... Und schon wieder ist ein Monat vorbei! Es mag wohl dem einen oder anderen aufgefallen sein, dass meistens gegen Ende Monat ein neuer Post erscheint. Eigentlich nehme ich mir immer vor, schon früher zu schreiben oder auch mehr als ein Post pro Monat. Aber meistens kommt es anders, als man denkt. Man könnte auch sagen: "Der Mensch denkt, und Gott lenkt!"

Dieses Zitat passt eigentlich wunderbar zum heutigen Thema, über das ich schreiben wollte. Denn wie oft hat sich das bei mir damals bewahrheitet! Schon damals, als ich zunächst Pilot werden wollte - und auf einmal fand ich mich als Medizinstudent wieder. Und dann wollte ich Arzt werden - und plötzlich war ich im Priesterseminar. Eigentlich schon komisch, wenn ich das so im Rückblick betrachte. Aber im Nachhinein hatte ich nie das Gefühl, dass Gott mir vorschreiben wollte, welchen Weg ich gehen sollte. Aber es hat sich einfach immer so gefügt.

Übrigens ging das auch später im selben Stil weiter. Anfangs Studium sagte ich immer, dass ich nie ein Auslandjahr machen möchte. Es hat mich dann ins Institut Catholique de Paris verschlagen - und plötzlich war ich noch ein zweites Jahr in Paris, obwohl ich ja eigentlich gar kein Jahr im Ausland sein wollte. Und es war sehr gut so.

Auch am Ende des Studiums erging es mir ähnlich. Es brauchte zwar einige Geduld, bis alles im Reinen war, aber schliesslich kam es trotz einiger Hindernisse viel besser, als ich selber das hätte planen können. Das Pastoraljahr im Tal mit den zwei "ss" und zwei "aa" im Namen war für mich eine echte Bereicherung und eine wunderbare Erfahrung.

Und nun in meiner ersten Stelle als Vikar ergeht es mir nicht anders. Oft mache ich Pläne, bereite etwas vor - und dann kommt es trotzdem anders, aber immer auf eine positive Art und Weise! Und die Lehre aus der Geschichte? Bei Gott gibt es immer eine (positive) Überraschung. Oder etwas theologischer ausgedrückt: Wer sein Leben vertrauensvoll in Gottes Hände legt, den wird er nicht enttäuschen! Auch wenn nicht immer alles so verläuft, wie man sich das selber vorstellt, so kommt es doch immer besser, als wenn man selber planen würde.

Diese Erkenntnis kann auch eine gewisse Gelassenheit bewirken. Ich muss nicht immer alles alleine machen. Denn so wäre ich bald einmal überfordert. Wenn ich aber weiss, dass da jemand "im Hintergrund" da ist, der meinen Weg lenkt, der er gut mit mir meint und mein Leben zu einem guten Ende führt, so kann ich viel gelassener meinen Weg gehen und brauche nicht ständig Angst zu haben, dass ich etwas falsch mache oder etwas verpassen würde.

Der Mensch denkt, und Gott lenkt. Gott lenkt unseren Weg zu einem guten Ende hin. Aber ganz ohne "Denken" funktioniert es dann auch wieder nicht ;-)

Samstag, 31. Mai 2014

Wind kannst Du nicht sehen...

„1. Wind kannst Du nicht sehen;
ihn spürt nur das Ohr
flüstern oder brausen wie ein mächt’ger Chor.

2. Geist kannst du nicht sehen;
doch hör, wie er spricht,
tief im Herzen Worte voller Trost und Licht.

3. Wind kannst du nicht sehen;
aber, was er tut:
Felder wogen, Wellen wandern in der Flut.“
(KG 231)

Wind kann man nicht sehen, aber die Auswirkungen des Windes, so wie im Gewitter in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Wind kann man nur „sehen“ wenn beispielsweise die Bäume schwanken, oder wenn man den Wind im Gesicht spürt.

So ist es auch mit dem Heiligen Geist. Ich habe in meinem Leben oft das Wirken des Heiligen Geistes gespürt, besonders bei den Prüfungen an der Universität. Es ist praktisch immer alles gut gegangen. Mit gutem Gewissen und ganz ehrlich kann ich aber dazu sagen, dass dies oft zu einem grossen Teil nicht mein eigener Verdienst gewesen ist.

Einmal lag ich in der Woche vor den Prüfungen vier Tage mit Grippe im Bett und konnte nur sehr wenig vorbereiten. Am Tag vor der Prüfung entstand noch ein organisatorisches Problem; Da verlor ich nochmals wertvolle Vorbereitunszeit. Doch irgendwie war mein Vertrauen auf Gottes liebende Hilfe dadurch noch gewachsen.

In den mündlichen Prüfungen spürte ich dann ganz intensiv das Wirken des Heiligen Geistes. In der ersten Prüfung zog ich aus 6 Fragekarten genau jene, die ich am besten vorbereitet hatte. In der zweiten Prüfung liess mich der Professor zum Teil gar nicht aussprechen und stellte recht hektisch immer wieder neue Fragen. Ich war ganz erstaunt, wie schnell ich sprechen konnte. Obwohl ich gar noch nicht wusste, was ich sagen wollte, fiel mir nach ein paar allgemeinen Einleitungssätzen jeweils genau das ein, was der Professor hören wollte. Im Lukasevangelium steht der schöne Satz: „Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.“ (Lk 12,12) Genauso ist es mir ergangen.

In der dritten Prüfung hätte ich ein Buch von ca. 180 Seiten lesen sollen, was mir zeitlich nicht reichte. Ich hatte nur ein paar Seiten Zusammenfassung von einem Kollegen und die Hälfte der Kapitel gelesen. Bei der Prüfung hätte ich eigentlich 7 min über die Vorlesung und 7 min über das Buch reden sollen. Über das Buch hätte ich aber maximal 2 min sprechen können, da ich ja nur die Hälfte gelesen hatte. Der Professor stelle aber dann bis kurz vor Schluss der Prüfung nur Fragen zur Vorlesung, nicht aber zum Buch. Ich weiss heute noch nicht, ob er den zweiten Teil der Prüfung einfach vergessen hatte oder ob da zünftig der Heilige Geist am Werk war. Ich denke, es war wohl der Heilige Geist ;-) Auch bei den weiteren Prüfungen ging es immer wieder ähnlich wie bei diesen hier.

So hat Gott mir immer wieder gezeigt, dass ich nicht auf mich alleine vertrauen muss. Ich war Gott für seine Hilfe von ganzem Herzen dankbar, denn sonst würde ich wohl jetzt nicht als Priester vor euch stehen. Durch so viele Ereignisse zeigte Gott mir, dass er mich auf diesem Weg haben wollte und dass er mich begleitete. Was gibt es da Schöneres, als freudig diesen Weg weiter zu gehen, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Eine meiner Lieblingsstellen aus der Bibel ist ein Zitat des Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer. Er schreibt über allerlei Nöte, wie Verfolgung, Hunger und Tod. Dazu sagt er: „Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm 8,37-39)

Wenn ich heute jemanden antreffen würde, er zu mir sagen würden: „Spinnst Du eigentlich, heute noch Priester zu werden?! Es gibt doch gar keinen Gott!“ So würde ich ihn in vermutlich nur liebevoll anlächen und sagen: „Doch, es gibt einen Gott; ich bin ihm schon begegnet.“ Denn nach allem, was ich in meinem Leben bisher erlebt habe, kann ich nicht anders, als an Gott zu glauben. Nicht an irgendein fernes Geschöpf weit weg im Himmel, sondern an den lebendigen Gott, der Himmel, Erde und Menschen erschaffen hat, uns durch den Tod und Auferstehung seines Sohnes erlöst hat und der uns den Heiligen Geist als Beistand schenkt. Gott ist da – bitte verdrängt ihn nicht aus eurem Leben! Lass ihm zumindest einen kleinen Platz übrig! Dann kann der Heilige Geist auch in euch wirken.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Vorbereitung auf das Pfingstfest, an dem wir auf besondere Weise die Aussendung des Heiligen Geistes feiern.

Mittwoch, 30. April 2014

Ein besonders gnadenreicher Tag...

Nun ist er also gekommen, der grosse der Tag der Heiligsprechung der beiden Päpste, Johannes XXIII und Johannes Paul II. Mir bedeutete dieser Tag viel, denn das Ende der irdischen Pilgerschaft von Johannes Paul II am 2. April 2005 um 21.37 Uhr war gleichsam der Beginn meiner Berufung, wie ich hier schon einmal beschrieben habe.

Neun Jahre später war ich nun endlich Priester, wie ich mir das schon so lange gewünscht hatte. Wie konnte ich diesen besonderen Tag der Heiligsprechung besser würdigen als dadurch, dass ich genau das tat, was ganz wesentlich zum Priesteramt gehört? So feierte ich am Vormittag in zwei verschiedenen Pfarreien mit den Gläubigen die Heilige Messe. Und am Nachmittag beschenkte mich der Heilige Papst, der den Barmherzigkeitssonntag eingeführt hatte, ganz besonders im Beichtstuhl. Es waren so ergreifende Momente.

Jedes Mal, wenn ich im Namen Gottes die Lossprechungsformel sprach, musste ich aufpassen, dass es mir nicht die Stimme verschlug. „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden.“ – Das war es, was ich eine Woche zuvor (zum ersten Mal als Priester mit den Gläubigen) an den drei Heiligen Tagen feiern konnte.

„Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Wenn ich daran dachte, dass Gott den Beichtenden nun wirklich all ihre Sünden verziehen hatte, die sie vor ihn gebracht hatten, und ihnen so wieder einen Neuanfang schenkte, so kamen mir fast die Freudentränen. Und oft spürte ich richtig, wie diese Personen dann erleichtert den Beichtstuhl verliessen. Welch’ grosses Geschenk! Es ist so schön, in solchen Momenten Werkzeug Gottes zu sein. Nicht, dass die Vergebung mein Werk wäre, aber ich darf dabei sein bei diesem wunderbaren Geschehen Gottes – der Offenbarung seiner Barmherzigkeit.

In solchen Momenten, in denen man ganz intensiv Gottes Wirken spürt, kann ich fast nicht glauben, dass man die Existenz Gottes noch bezweifeln kann. Für jene, die Gott in seine Nachfolge berufen hat, gibt keinen schöneren Beruf auf der Erde!

Montag, 31. März 2014

Selig die Demütigen...

Ich muss immer schmunzeln, wenn ich die Lesung von der Salbung Davids höre. Sie ist so erfrischend, auf eine feine Art so herrlich gesellschaftskritisch. Da stellen sich die Söhne des Betlehemiter Isai alle auf und warten darauf, dass Samuel einen von ihnen zum König salbt. Auch der Vater selbst wartet stolz darauf, wer von seinen Söhnen nun König werde. Und zu jedem von diesen stolzen Männern sagt Samuel, dass Gott nicht ihn erwählt hat. Er gibt ihnen sogar die Erklärung, weshalb Gott nicht sie erwählt hat, denn er sagt ihnen: „Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“

Beim Lesen dieses Textes ist mir spontan die letzte Papstwahl in den Sinn gekommen. Es gibt ein altes Sprichwort, das besagt: „Wer als Papst ins Konklave geht, kommt als Kardinal wieder heraus.“ Wie viele Kardinäle hätten sich vor rund einem Jahr wohl gerne als zukünftigen Papst gesehen – und gingen dann leer aus. Denn gewählt wurde schliesslich ein Mann, der bereits als Kardinal sehr einfach lebte und diesen einfachen Lebensstil nun als Papst fortsetzt.

Wie bei der Erwählung von David als König so vertrauen wir auch bei der Papstwahl darauf, dass im Hintergrund Gott selbst den Kardinälen durch das Wirken des Heiligen Geistes eingibt, wen sie als Papst wählen sollen.

Wir brauchen aber nicht bis nach Rom zu gehen, um ähnliche Beispiele wie in unserer Lesung zu finden. Denn es könnte gut sein, dass es uns hier in nicht allzu ferner Zukunft ähnlich ergehen wird. Die Medien präsentieren uns immer wieder ihre Spekulationen für die Bischofsernennung. Es würde mich aber nicht erstaunen, wenn schlussendlich ein ganz anderer Kandidat zum Bischof geweiht wird. Denn Gott lässt sich nicht von uns Menschen vorschreiben, wen er erwählen soll. Und wie wir in der Lesung gehört haben, so sieht Gott nicht auf das Äussere, sondern auf das Herz der Menschen.

Während dem Studium hatte ich manchmal auch mit vielerlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Ich habe mich oft gefragt, weshalb Gott genau mich ausgewählt hatte, um ihm und den Mitmenschen als Priester zu dienen. Da hätte es doch viele andere Menschen gegeben, die viel besser geeignet gewesen wären als ich, die viel intelligenter, viel frommer, viel belastungsfähiger als ich sind. Und dennoch spürte ich ganz deutlich, dass Gott mich auf diesen Weg ins Priesterseminar geführt hat und auf diesem Weg auch weiterhin begleitet hat.

Damals hat sich Jesus die Jünger aus nicht aus dem Kreis der Bestgelehrtesten ausgewählt, sondern hat einfache Fischer in seine Nachfolge berufen. Es waren Menschen, wie die anderen auch. Die Bibel berichtet manchmal sogar, wie „menschlich“ sie sich benehmen, wenn sie darüber diskutieren, wer von ihnen nun der Grösste sei oder wie Petrus seinen Meister dreimal verleugnet. Trotzdem hält Jesus an ihnen fest und beruft Petrus sogar zum ersten Hirten seiner Kirche.

So wie die Jünger damals nicht perfekt waren, so sind es auch wir Priester heute nicht. Und dennoch hat Gott uns eine Aufgabe in seiner Kirche zugeteilt. Er ist sich bewusst, dass wir nicht perfekt sind. Trotzdem haben wir den Auftrag erhalten, Gott und den Menschen zu dienen. Vielleicht ist es ja sogar ein Geschenk, dass wir nicht perfekt sind. Denn so werden wir uns vielleicht auch eher bewusst, dass wir nicht die Herren, sondern die Diener der Menschen sind.

„Servus servorum Dei“ - „Diener der Diener Gottes“, das ist einer der Titel des Papstes. Ich hoffe, dass ich als Priester nie vergessen werde, wozu ich eigentlich da bin. „Gott und den Menschen nahe - Priester sein im Volk Gottes!"

Sonntag, 9. Februar 2014

Zur Erinnerung an die Priesterweihe und die Primiz

Es waren zwei unvergessliche Tage für mich, die Priesterweihe und die Primiz. Zugleich waren es auch sehr emotionale Momente. Ich glaube, dass ich nicht alles wirklich bis ins Letzte realisiert habe, was in diesen Augenblicken geschehen ist. Umso wertvoller war es für mich, diese Ereignisse noch einmal in aller Ruhe mit Hilfe des Filmes von Friedrich Burgener, alpdron.ch, Revue passieren zu lassen. Vielleicht möchte der eine oder andere diese speziellen Momente auch gerne anschauen. Deshalb ist nun dieser rund 54-minütige Film als DVD zum Preis von 20 SFr. bestellbar unter folgender Adresse:


DVD der Priesterweihe und Primiz

Der Trailer ist hier verfügbar:



Samstag, 25. Januar 2014

Erinnerungen an die Priesterweihe...

Nun sind es seit der Priesterweihe bereits rund sieben Wochen her. Ich habe schon einige Messen gefeiert. Doch die Erinnerung an die Priesterweihe ist immer noch sehr präsent in meinen Gedanken. Vor ein paar Tagen habe ich die ersten Videoaufnahmen erhalten und musste mit den Tränen kämpfen, als ich die Bilder zum ersten Mal gesehen habe.

Die Priesterweihe war für mich etwas so Berührendes, wie wenn Gott mit der Spitze seines Fingers mein tiefstes Inneres berührt hätte. Ich könnte diese Bilder tausendmal anschauen und in Gedanken die Weihe Revue passieren lassen. Dennoch könnte ich nie ganz erfassen, was in diesem Augenblick genau geschehen ist.

Und doch gibt es einen Weg, um immer tiefer zu verstehen, was Gott vollbracht hat: Ich habe das Gefühl, in jeder Messfeier ein kleines bisschen mehr zu begreifen, was er uns in der Priesterweihe und in jeder Messfeier schenkt. In vollem Umfang erfassen werden wir es dann wohl erst, wenn wir Gott eines Tages von Angesicht zu Angesicht schauen werden. Bis dahin können wir uns mit dem eucharistischen Mahl in bester Weise auf das ewige Gastmahl im Himmel vorbereiten!

Hier sind nun die Bilder der Priesterweihe zu finden. Die Fotos und ein Videobeitrag zur Primizfeier werden demnächst folgen...
Priesterweihe

Sonntag, 29. Dezember 2013

Die Herberge unseres Herzens

Es ist schon eine Zeit her, dass ich mich hier letztmals zu Wort gemeldet habe. Inzwischen war einiges los und ich kam nicht so sehr zum Schreiben. Nach der Priesterweihe und der Primiz am zweiten respektive dritten Adventssonntag habe ich am vierten Adventssonntag meine erste Stelle als Vikar angetreten. An Weihnachten habe ich zum ersten Mal in der Öffentlichkeit alleine - d.h. ohne Konzelebranten - die Messe gefeiert. Am Anfang ist es schon etwas ungewohnt. Vor allem, weil ich nun sozusagen in eine neue Rolle geschlüpft bin: Denn angefangen habe ich vor fast zwanzig Jahren als Messdiener. Später war ich als Lektor und Kommunionhelfer tätig und im letzten halben Jahr verrichtete ich meinen Dienst in der Liturgie als Diakon.

Gerade die Weihnachtsmesse war für mich ganz speziell und sehr eindrücklich. Wenn ich mir vorstelle, dass ich Jesus Christus, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern, in jeder Messfeier in der Hand halten kann und den Gläubigen in der Kommunion austeilen darf, so ist das etwas grossartiges. Ich freute mich sehr, mit so vielen Gläubigen die Messe feiern zu dürfen.

Zugleich fühle ich mich aber oft auch etwas wehmütig an diesen grossen Festtagen. Denn viele dieser Gläubigen werde ich vermutlich im Laufe des Jahres nicht mehr sehr oft sehen. Ich erinnere mich dann häufig an den Bibelvers aus dem Buch der Offenbarung: "Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir." (Off 3,20) Das kleine Jesuskind in der Krippe wartet sozusagen vor der Türe unseres Herzens und möchte bei uns eintreten. Werden wir ihm öffnen, damit es einen Platz bekommen kann bei uns, in unseren Herzen, auch nach Weihnachten?

Ich hoffe, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann, damit wir auch während dem Jahr die Türen geöffnet halten für Gott und die Mitmenschen. "Aprite le porte a Cristo" - dieses Motto, das ich für meine Primiz gewählt habe, möge auch noch im Laufe des neuen Jahres wie ein Echo in den Herzen der Gläubigen widerhallen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern von ganzem Herzen ein frohes und gesegnetes neues Jahr, gute Gesundheit, viel Glück und Freude und viele schöne Stunden und segensreiche Begegnungen!!