Das alte Jahr neigt sich seinem Ende zu, das neue steht bereits vor der Türe. Vieles ist im letzten Jahr geschehen. So konnte ich beispielsweise diesen Herbst nach sieben Jahren im Priesterseminar endlich mein Studium abschliessen. Damit ist die Ausbildung aber noch nicht zu Ende, denn nun beginnen sozusagen die Lehrjahre. So ist für mich dieser Jahreswechsel gleichsam wie ein Sinnbild für den Wechsel vom theoretischen Teil der Ausbildung zum praktischen hin.
Das will nicht heissen, dass wir während dem Studium nie in der Pastoral gewesen sind. Ganz im Gegenteil, denn auch während der Ausbildung an der Universität absolvieren wir verschieden Praktika, zum Beispiel in einer Pfarrei, im Religionsunterricht, in der Spitalseelsorge, in Altersheimen, in sozialen Bereichen usw. Zusammengerechnet kommen wir in den sechs Jahren Ausbildung im Seminar bereits auf fast ein halbes Jahr Praktika.
Nach dem Abschluss des Studiums beginnt dann das sogenannte Pastoraljahr. Im Laufe dieses Jahres werden die Seminaristen zum Diakon geweiht. Ein Diakon kann während der Messfeier bereits einige liturgische Aufgaben übernehmen, wie beispielsweise die Verkündigung des Evangeliums oder die Vorbereitung der Gaben am Altar. Er kann aber auch das Sakrament der Taufe und der Ehe spenden. Historisch gesehen ist dieser Dienst zur Apostolischen Zeit entstanden, wie wir in der Apostelgeschichte nachlesen können (vgl. Apg 6-8). Zur speziellen Aufgabe der Diakone gehört der Dienst bei den Mitmenschen. In der Liturgie erkennt man die Diakone übrigens an der Stola, die von der linken Schulter zur rechten Hüfte verläuft oder an der feierlichen Dalmatik.
Ungefähr ein halbes Jahr später findet dann die Priesterweihe statt. Mit der Priesterweihe ist nun die Ausbildung nicht zu Ende, sondern sie bekommt eine neue Dimension. Wer in Jesu Nachfolge eintritt, der muss bereit sein, ein Leben lang von IHM zu lernen...
Schliessen möchte ich diesen Beitrag mit einem Dankgebet zum Jahreswechsel:
Herr, ich danke Dir für alle Menschen,
denen ich auf meinem Lebensweg
begegnen durfte.
Menschen, die mich begleiteten.
Menschen, die mich trösteten.
Menschen, die mich besuchten.
Menschen, die mir halfen.
Menschen, die für mich Vorbild waren.
Menschen, die mir Freude schenkten.
Ich danke Dir aber auch
für alle Menschen,
denen ich helfen konnte.
Menschen,
die ich tröstete,
die ich besuchte,
denen ich Vorbild sein durfte.
Ich bitte Dich um Verzeihung,
für alles Schlechte,
das ich anderen Menschen angetan habe.
Ich bete für alle,
die ich beleidigt habe,
die ich enttäuscht habe,
die ich durch Worten und Taten
verletzt habe.
Herr, Du bist Mensch geworden,
Du bist unser Bruder.
Du kennst unsere Fehler und Schwächen,
Du wurdest als kleines Kind
in Bethlehem geboren
und hast gelebt wie wir,
in allem uns gleich
ausser der Sünde.
Du hast uns so sehr geliebt,
dass Du Dein Leben
für uns hingegeben hast
am Holze des Kreuzes.
Dein Vater hat Dich gerettet,
Dich in den Himmel aufgenommen
und Dir alles zu Füssen gelegt.
Hilf uns Menschen,
die wir noch hier auf Erden leben.
Sende uns Deinen Heiligen Geist,
der uns hilft.
Und stärke unseren Glauben,
damit wir uns stets
für Dich und Dein Reich einsetzen!
Sei bei uns allen
mit Deinem Segen,
sei überall,
wo Menschen in Liebe miteinander leben,
arbeiten oder beten.
AMEN.
Allen Leserinnen und Lesern ein frohes und gesegnetes neues Jahr!!!