Vor rund 11 Jahren habe ich mir zum ersten Mal ernsthaft überlegt, ins Priesterseminar einzutreten. Damals war ich gerade im Maturajahr des Kollegiums. Mir fehlte jedoch der Mut, den letzten entscheidenden Schritt zu wagen und meinem Leben eine neue Ausrichtung zu geben. Ich habe immer darauf gewartet, dass Gott mir ein spezielles Zeichen gibt, dass er mich im Priesterseminar haben möchte. Doch dieses Zeichen kam nicht und Gott schien zu schweigen.
Damals habe ich das so interpretiert, dass ich nicht diesen Weg gehen sollte. Denn sonst hätte Gott mir doch sicher das lang ersehnte Zeichen geschenkt – oder etwas nicht?!
Meine Ansicht hat sich im Laufe der Zeit geändert. Im Rückblick habe ich erkannt, dass es ganz gut war, zuerst einen anderen Weg zu beginnen. Für mich war die Zeit einfach noch nicht reif. Die Entscheidung zum Priester wäre aufgrund eines Zeichens geschehen und nicht aus einer tiefen inneren Überzeugung heraus. Genau das wollte Gott vermutlich nicht. Ich bin mir sicher, dass es meine freie Entscheidung sein sollte. Gott wollte mir die Freiheit lassen, um mich bewusst für IHN zu entscheiden und auf SEINE Liebe zu antworten.
Elf Jahre später stehe ich nun kurz vor der Priesterweihe. Heute kann ich mit voller Überzeugung sagen, dass es gut war, so wie es gekommen ist. Gott hat mir nicht eine Entscheidung aufgedrängt, sondern mich Schritt für Schritt zu sich hingeführt.
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